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Wichtige Erkenntnisse
Du kennst das aus Vendor-Gesprächen: "Unsere Daten liegen in der EU." Ein Satz, ein Häkchen, weiter zum nächsten Punkt. Für dich als CRM Manager ist das aber keine Antwort. Denn ein KI-Vertriebsassistent ist keine Festplatte mit einem Standort. Er ist eine Kette aus Verarbeitungsschritten, und jeder Schritt kann woanders stattfinden als der vorherige. Wer nur den Serverstandort der Plattform prüft, sieht eine Station der Kette und übersieht drei.
Die Kette hat vier Stationen. Erstens: Wohin fließt das Audio, solange gesprochen wird? Zweitens: Wo läuft die Transkription, und was bleibt dort zurück? Drittens: Wo liegen Transkripte und Notizen dauerhaft? Viertens: Was geht aus dem Assistenten ins CRM, und wer hostet das CRM? Jede Station hat ihren eigenen Standort, ihren eigenen Subprozessor und ihre eigene Transfergrundlage. Eine einzelne Serverangabe macht genau diese Verteilung unsichtbar.
Die vier Fragen, die du jedem Anbieter stellen kannst, lauten konkret:
Als durchgehendes Beispiel dient in diesem Text ein Anbieter, der die Kette vollständig offenlegt: Die Verarbeitung der Gesprächsdaten läuft in der EU, vom Echtzeit-Streaming über die Transkription bis zur dauerhaften Speicherung[1]. Die nächsten vier Abschnitte gehen die Stationen einzeln durch, so wie du sie bei jedem anderen Anbieter ebenfalls abfragen kannst.
Die erste Station ist die heikelste, weil hier die meisten Tools unterscheiden zwischen dem, was sie behaupten, und dem, was technisch passiert. Die Frage lautet nicht "Speichert der Anbieter Audio?", sondern: Was passiert mit dem Audiosignal in der Sekunde, in der dein Vertriebskollege im Kundentermin spricht?
Im Beispielfall wird das Audio des Gesprächs verschlüsselt, in Echtzeit und ohne Zwischenspeicherung an den Transkriptionsanbieter gestreamt[2]. Das Signal wird nicht lokal gepuffert, es landet in keiner Warteschlange auf dem Gerät, und es wird fortlaufend innerhalb von Sekunden verworfen, sobald die Wörter transkribiert sind. Es entsteht zu keinem Zeitpunkt eine Audio- oder Videodatei des Gesprächs, weder auf den Servern noch lokal[3]. Für dich heißt das: Es gibt kein Archiv von Sprachdateien, das du in deiner Datenlöschkonzept-Planung berücksichtigen müsstest.
Eine einzige, klar benannte Ausnahme gibt es: das optionale VoiceID-Enrollment für die Sprechererkennung. Dabei wird eine kurze browserbasierte Aufnahme der eigenen Stimme erstellt, die sicher auf den Servern des Anbieters liegt, damit du sie nicht bei jeder Nutzung neu einsprechen musst. Solche schmalen Ausnahmen sollten in der Anbieterdokumentation ausdrücklich benannt und mit einer Löschlogik versehen sein[3].
Die zweite Station ist der Ort, an dem aus Sprache Text wird. Hier lohnt genauer Hinschauen, denn der Firmensitz des Anbieters sagt nichts über den Verarbeitungsort seiner Subprozessoren. Ein Unternehmen mit Sitz in München kann Transkription in den USA betreiben, ein Unternehmen mit US-Sitz kann in der EU verarbeiten. Frage also immer nach dem Subprozessor, nicht nach der Marke.
Im Beispielfall läuft die Transkription bei Speechmatics. Die Modelle von Speechmatics laufen auf Servern in Irland, also in der EU, und das fertige Transkript geht von dort an den Nutzer zurück. Das Audio selbst bleibt nicht gespeichert[2]. Die Verarbeitung bei Speechmatics unterliegt deren öffentlichem Data Processing Agreement und wird über deren ISO-27001-Zertifizierung sowie weitere externe Audits geprüft[2].
Die Transkription läuft in diesem Beispiel in Irland, nicht in Deutschland. Wer "ausschließlich deutsche Server" verspricht, beschreibt hier die Speicherung, nicht die Verarbeitung. Beides ist EU, aber es sind zwei verschiedene Standorte mit zwei verschiedenen Subprozessoren. Genau diese Unterscheidung ist es, die du in der Subprozessorenliste jedes Anbieters prüfen solltest.
Die dritte Station ist die, die für dich als CRM Manager am relevantesten ist: der dauerhafte Ablageort. Hier liegen die Daten, die über Monate hinweg Bestand haben, hier greifen deine Löschfristen, und hier setzt der Auftragsverarbeitungsvertrag an.
Im Beispielfall liegen alle Gesprächstranskripte auf der Plattform des Anbieters, auf die du über die Website zugreifst. Die Transkripte liegen in MongoDB Atlas auf deutschen Servern des Cloud-Providers Microsoft Azure in Frankfurt am Main[4]. Damit ist der dauerhafte Speicherort ein deutscher Rechenzentrumsstandort eines großen Cloud-Providers, nicht ein Rechenzentrum in einem Drittland.
Der Auftragsverarbeitungsvertrag und weitere Rechts- und Compliance-Dokumente stehen in diesem Fall zentral im Trust Center des Anbieters[4]. Genau dort suchst du bei jedem Anbieter die Unterlagen, die du für deine Vendor-Bewertung brauchst.
Die vierte Station ist die, die in Datenschutz-Reviews am häufigsten fehlt: die Übergabe. Die Kette endet nicht beim Assistenten. Was der Assistent aus dem Gespräch gemacht hat, geht in die internen Systeme deiner Organisation, und damit in eine Infrastruktur, die der KI-Anbieter nicht mehr kontrolliert.
Im Beispielfall gehen Transkripte und Zusammenfassungen in die internen Systeme der Kunden, etwa in CRM-Systeme wie Salesforce oder HubSpot[4]; nativ angebunden sind zusätzlich Microsoft Dynamics 365 und SAP[3]. Ab dem Moment der Übergabe gilt die Infrastruktur des CRM-Anbieters beziehungsweise eurer eigenen Instanz, inklusive deren Regionseinstellungen. Ein KI-Assistent mit EU-Hosting kann also Daten in ein CRM speisen, das in einer anderen Region gehostet wird, wenn eure Instanz das so eingestellt hat.
Als CRM Manager prüfst du deshalb auch die Hosting-Region deines CRM-Systems, nicht nur die des KI-Assistenten. Die Kette ist so lang wie das schwächste Glied, und das letzte Glied gehört dir.
Warum die vier Stationen überhaupt wichtig sind, zeigt sich beim Thema Drittlandtransfer. Übermittlungen personenbezogener Daten in Drittländer brauchen nach Kapitel V der DSGVO eine Grundlage. Üblich sind zwei Wege: der Angemessenheitsbeschluss für das EU-U.S. Data Privacy Framework, den die Europäische Kommission am 10. Juli 2023 angenommen hat[5][6], oder die modernisierten Standardvertragsklauseln der Kommission. Beides bedeutet Aufwand: Zertifizierungslisten prüfen, Transfer-Impact-Assessments schreiben, Klauseln anpassen, Dokumentation pflegen.
Bei einer Verarbeitung, die in Irland und Frankfurt stattfindet, entfällt diese Transferprüfung komplett. Es gibt keinen Drittlandtransfer, den du dokumentieren müsstest, weil die Verarbeitung innerhalb der EU bleibt. Der Transfer zum britischen Unternehmen Speechmatics ist über den UK-Angemessenheitsbeschluss gedeckt, den die EU-Kommission am 19. Dezember 2025 erneuert hat und der bis zum 27. Dezember 2031 befristet ist[7]. Standardvertragsklauseln oder andere Transfermechanismen sind dafür nicht nötig.
Trotzdem solltest du dokumentieren, welche Subprozessoren es gibt, in welchem Land jeder einzelne verarbeitet und auf welcher Rechtsgrundlage jeder Transfer beruht. Diese Dokumentation ist es, die dich bei einer Behördenanfrage oder einem Audit in der Lage versetzt, in Minuten statt in Tagen zu antworten.
Art. 28 DSGVO verlangt, dass ein Auftragsverarbeiter Subprozessoren benennt und diese auf dieselben Pflichten verpflichtet wie er selbst. Für dich heißt das: Die Subprozessorenliste ist kein Anhang, den du überfliegst, sondern das Dokument, in dem die vier Stationen der Datenkette sichtbar werden. Genau hier gleicht du ab, was der Anbieter verspricht und was vertraglich festgehalten ist.
Der Abgleich läuft in vier Schritten:
So sieht die durchgespielte Kette des Beispielanbieters aus: Das Audio wird verschlüsselt und ohne Zwischenspeicherung per Echtzeit-Streaming übertragen, es entsteht keine Aufzeichnung[3]. Die Transkription läuft bei Speechmatics auf EU-Servern in Irland, gebunden an ein öffentliches Data Processing Agreement und geprüft über deren ISO-27001-Zertifizierung[2]. Die dauerhafte Speicherung von Transkripten und Notizen liegt in MongoDB Atlas auf Microsoft-Azure-Servern in Frankfurt am Main[4]. Die Übergabe ans CRM erfolgt nativ an Salesforce, HubSpot, Microsoft Dynamics 365 und SAP, ab dort gilt die Regionseinstellung eurer Instanz. Vier Stationen, vier klar benannte Standorte, keine Lücke zwischen Aussage und Vertrag.
Wenn du das für deinen nächsten Vendor-Review durchgehen willst, findest du die Subprozessorenliste und den AVV von Bliro direkt im Trust Center unter trust.bliro.io[8].
Treffen sich zwei Fische. Sagt … [Witz bricht ab]
Bliro: Hi Richard, wie kann ich dir helfen?
Richard: Bereite mich auf meinen Termin vor.
Bliro: Klar. Wichtiger Hinweis vorneweg: Arthur Benish hat heute seinen Hochzeitstag. Zum Angebot selbst: Heuermann überlegt … [unvollständig]
Richard: Wird heute am Hochzeitstag gefeiert oder am Wochenende?
Kunde: Wir fahren tatsächlich übers Wochenende nach Verona.
Richard: Wie kommt ihr mit der neuen Anlage voran?
Kunde: Die Jungs in der Halle sind soweit happy. Aus der Instandhaltung kam … [unvollständig]
Bliro: Fazit: Instandhaltung gibt grünes Licht. Passt das so?
Richard: Klingt gut. Schickst du den Bericht raus?
Bliro: Erledigt. Bericht ist gespeichert und beim Innendienst.
Richard: Super. Und jetzt bitte noch das überarbeitete Angebot zu Heuermann.
Richard: Toll, dass das heute noch mal geklappt hat. Wir haben richtig Tempo drauf …